Header Bild - ein wunderschöner Blick von einem natürlichen Sandstrand auf die Weite des Meeres, einen Sonnenuntergang und 2 Vögel am Himmel

Wir können nicht „nicht“ erfahren – Gedanken zur Erfahrungsenergie

Dieser Text möchte keine fertigen Antworten liefern. Ich teile hier meine Gedanken zu Erfahrung, Wahrnehmung und dem, was ich hier Erfahrungsenergie nenne. Vielleicht hast Du nach dem Lesen weniger Antworten als Fragen – und genau darin liegt seine Einladung. Wie gehst Du mit den Erfahrungen des Lebens um?

Eine Frau schreitet durch eine Landschaft und erfährt ihr Leben

Wir können nicht „nicht“ erfahren

Ständig strömen Erfahrungen auf uns ein. Licht, das auf unsere Netzhaut trifft, Geräusche, die auf unsere Trommelfelle einwirken. Gerüche, Berührungen. Und sei es der Wind oder ein Luftzug auf unserer Haut. Der Druck der Unterlage, auf der wir sitzen. Die Berührung der Kleidung, die wir tragen. Wir sind ununterbrochen Empfindungen von „außen“ ausgesetzt. Und vielleicht können wir uns für eine Weile in uns zurückziehen, die Außenwelt völlig ausblenden, zum Beispiel in tiefer Meditation oder im Schlaf. Dann begegnen wir unseren inneren Eindrücken und Erfahrungen.

Alles ist Energie. Licht ist Energie. Geräusche, Berührungen. Auch Gedanken sind Energie. Und wir nehmen diese Energie von „außen“ auf. Oder wir erleben unseren inneren Energiestrom.

[Ich benutze hier die Worte „außen“ und „innen“, aber vielleicht gibt es dieses außen und innen gar nicht. Möglicherweise ist das, was unserer Meinung nach von außen kommt, eine Wiederspiegelung unserer inneren Energie. Reflektionen auf dem Strom von Energie in unserem Inneren.]

Für das Konzept von Erfahrungen, das ich heute vorstellen möchte, genügt es, dass wir unser Leben in Form von Energie erfahren.

Wir erleben also ständig Energie, in Form von Bildern, Geräuschen, Körpererfahrungen. Und auch Gefühlen und Gedanken. Diesem ständigen Strom von Energien sind wir ununterbrochen ausgesetzt. Die Energie fließt in uns hinein … und dann? Was passiert dann mit ihr?

Verbraucht unser Körper diese Energie, um zu leben? Ich denke eher nicht. Unsere Zellen produzieren selbst Energie, und wenn alles gut läuft, produzieren sie genauso viel Energie, wie unser System für die täglichen Anforderungen braucht. Unser Körper regeneriert im Schlaf, also zu der Zeit, wenn die wenigsten „Erfahrungsenergie“ von uns aufgenommen wird. Möglicherweise unterstützt der Körper sogar dabei, ein Zuviel an Erfahrungsenergie abzubauen, z.B. in Form von Träumen.

Wenn also unser System ständig Erfahrungsenergie aufnimmt, „empfängt“, was passiert damit? Sind wir riesige Speicher, die ein Leben lang Energie in sich ansammeln. Ja, ich denke, es gibt Menschen, die das tun. Aber ist das so geplant? Ist es gesund? Ich denke nicht. Ich glaube, Menschen, die zu viel Energie in sich ansammeln, werden krank. Vermutlich versucht der physische Körper, einen Teil der kreisenden Energie aus dem System zu nehmen, was vielleicht die Ursache für die eine oder andere Erkrankung sein könnte. Die Idee des Menschen als „Speicher für Erfahrungsenergie“ halte ich nicht für tragfähig. Vermutlich können wir eine gewisse Menge an Erfahrungsenergie speichern, aber wenn es zu viel wird, dürfte uns das eher schaden.

Also, wohin mit der Energie, die wir ständig aufnehmen? Die Antwort ist einfach: wenn wir den Zustrom von Energie nicht stoppen (die Erde nicht anhalten) können und wenn wir wissen, dass wir als Großspeicher vermutlich nicht viel taugen – tja, dann muss sie wieder raus.

Manche Menschen machen das ganz unbewusst richtig. Bewegungsnaturelle z.B., denen es ein innerliches Bedürfnis ist, sich zu bewegen, Sport zu machen, lange Wanderungen, Holz hacken. Ich glaube, Bewegung und Sport „ent-energetisieren“ uns, bauen empfangene Energie ab, lassen sie raus. Darum ist der Tipp, sich mehr zu bewegen, für viele Menschen ein guter Tipp.

Ich glaube, dass man auch durch „Atmen“ Energie abbauen kann, wenn man sich mehr auf das Ausatmen als auf das Einatmen konzentriert. Das „Atmen“ ist ein so großes Thema, das füllt problemlos mehrere Bücher. Ich will hier noch ein paar Selbstversuche machen. Aber ja, ich denke, Atmen kann Energie abbauen helfen.

Viele Menschen schwärmen geradezu von der positiven Auswirkung von Kaltwasseranwendungen bis hin zum Eisbaden. Ja, vielleicht kommt das auch daher, dass es überschüssige Erfahrungsenergie abbaut.

Eine der einfachsten Möglichkeiten ist vermutlich, ein Projekt in die Tat umzusetzen oder etwas Kreatives zu erschaffen. Ich glaube, das wandelt Energie unmittelbar um und entlastet unser System.

Es strömt ständig Energie in uns hinein! Etwas damit zu tun baut sie wieder ab. Das kann auch schlicht das Kochen eines Essens für die Familie sein. Vielleicht fühlen sich deshalb viele Menschen beim Kochen so zufrieden. Ein Zuviel an Erfahrungsenergie findet Ausdruck und fließt ab.

Ich bin ein Büro-Arbeiter. Wenn ich genau hinfühle, dann baut sich bei mir in vielen Arbeitssituationen am Bildschirm keine Energie ab. Vor allem in Routine-Tätigkeiten nicht. Das heißt nicht, dass das bei anderen Menschen nicht völlig anders sein kann. Wenn ich einen Prozess entwickle oder verbessere oder ein Thema umfangreich erschließen kann – ja, dann hat das etwas Schöpferisches, ich fühle mich danach zufrieden.

Ich glaube, das sind die Gefühle, die wir haben, wenn unser System von einem Zuviel an Erfahrungsenergie entlastet wurde.

Wenn ich intuitiv schreibe, schreibe ich fast immer mit einem Stift auf physischem Papier (in ein Heft). Erfahrungsgemäß hilft mir das Schreiben mit der Hand, den „Energiefluss“ in Gang zu bringen, die Gedanken fließen zu lassen. Ins Fließen zu kommen. Und, vermutlich, überschüssige Erfahrungsenergie abzubauen.

Wenn ich mein aktuelles Leben betrachte, und das vieler Menschen um mich herum, dann frage ich mich, wie viele unserer Probleme, sowohl gesellschaftlich-sozialer als auch gesundheitlicher Natur, möglicherweise von einem solchen Zuviel an Erfahrungsenergie in uns kommt. Selbst dann, wenn es sich vielleicht wie ein „zu wenig“ anfühlt. Wenn wir über Jahre mehr Energie aufnehmen, als wir abgeben, dann versucht vielleicht unser Körper, diesem Zuviel an Energie zu begegnen, indem er die eigene Energieproduktion herunterfährt, um das System nicht weiter anzufeuern. Das fühlt sich für uns körperlich dann wie Erschöpfung oder Kraftlosigkeit an. Auf der emotionalen oder energetischen Ebene sind wir aber vielleicht super voll und gestaut, weil die Energie nirgends hin kann.

Computer und Handy scheinen mein System in jedem Fall weiter aufzuladen. Viel mehr Zufluss an Energie, mehr „Eindrücke“ als Abfluss und Verarbeitung.

Was also tun? Wie können wir die in uns gespeicherte und vielleicht gestaute Erfahrungsenergie abbauen. Nicht jeder kann Holz hacken oder will jeden Tag 10 km laufen.

Ja, ich glaube, mehr und vielleicht auch bewusstere Bewegung ist ein erster Schritt. Öfter Bücken (wenn möglich), öfter die Arme zur Decke strecken. Öfter Liegestütze gegen die Wand. Ich will mit Atmung experimentieren. Den Beitrag verlinke ich dann hier.

Und ich habe begonnen, in der Meditation dieses „Zuviel“ an Energie bewusst zu fühlen, in Liebe umzuwandeln und in die Welt zu schicken. Ich weiß nicht, ob das hilft. Aber es tut mir gut und ich mag die Idee, „gute“ Energie mit anderen zu teilen.

Ich werde berichten …

Alles Liebe