Am Anfang des Ausdrucks steht der Mut. Mut, uns zu zeigen, wie wir sind. Ich bin. Also habe ich das Bedürfnis, mich auszudrücken. Mich. Welches ich? Ich werde still und lausche in mich hinein. Welches Chakra will sprechen? Ich schreibe. Der Körper schreibt. Geführt von einer unsichtbaren Hand. In Eile, die Wörter so schnell zu schreiben, wie sie kommen. Keine Zensur. Keine Scham. Keine Kontrolle. Das kann alles später kommen. Was will gesagt werden?
Schmerz. In meinem Hals. Zu oft wurde mir der Mund verboten. Und schlimmer: Noch öfter habe ich mir den Mund, den Ausdruck, verboten. Wenn ich „Gutes“ schreibe, so ist es zu euphorisch. Schreibe ich persönliches, so ist es verletzend. Irgendwer leidet immer. Aber wie will ich lernen, wenn ich von Anfang an ein Meister sein soll? Üben bedeutet, Fehler zu machen. Das gilt für uns alle. Es betrifft jeden von uns.
Doch jetzt ist es genug. Kein Schweigen mehr. Ich will den Ausdruck. Ich will mich ausdrücken. Das ausdrücken, was tief in mir ist und nach außen drängt. Wenn Dir nicht gefällt. was ich schreibe, dann lese es nicht. Es ist schwerer, die Ohren vor Gesagtem zu verschließen, aber es ist leicht, nicht zu lesen, was Dir nicht gefällt. Und wenn es zu spät ist – fühle, dass ich es gut meine und meine Liebe mit Dir ist. Das ist das Schöne daran: Wenn ich schreibe, wandelt sich der Schmerz in meinem Inneren in ein Meer von Liebe.
Ja: Mir ist die Liebe wichtiger als der Schmerz. Das Ende des Aushaltens. Der Beginn des Ausdrucks. Keine auferlegte Stille. Kein erzwungenes Schweigen. Zumindest für den Moment. Mag es morgen anders sein. Heute ist es so.
Es lebe die Freiheit des Ausdrucks. Es lebe die Wandlung von Schmerz zu Freude. Mögest Du Freude empfinden, wenn Du das liest. Ich zumindest habe sie in diese Zeilen gepackt. Ich mag schreiben, doch was bin ich ohne den Leser? Das gilt für unser ganzes Leben. Wir mögen uns ausdrücken, doch was sind wir ohne die, die es bemerken. Mögest Du bemerkt und geliebt werden. Mögest Du glücklich sein in und mit Deinem Ausdruck. Möge Dir mein Ausdruck gefallen.
Danke fürs Lesen. Danke.
08.12.2025
