Dieser Text wurde im Dezember 2025 erstellt.
Und was
wenn es wirklich nicht darum geht, Leistung zu erbringen
Also, wirklich nicht! Wenn der Wunsch nach Leistung an sich schon ein Schritt ist, der vom Weg wegführt. Wenn die Idee von Leistung bereits das Ego in den Vordergrund stellt.
Was würde wohl passieren, wenn wir den Fokus wegschieben von „Leistung erbringen“ auf „Glück empfinden“? Glück empfinden in jedem Moment, egal, was der Moment gerade bringt.
Hast Du jemals daran gedacht, das auszuprobieren? Es gibt die Momente, in denen das Glück ganz nahe ist. Oder zumindest Zufriedenheit. Du stehst da und Dir wird bewusst, dass Du alles hast, was Du brauchst. Ein Dach über dem Kopf, es ist warm, Du hast gegessen. Es ist niemand da, der Dich ärgert. Vielleicht ist jemand da, der Dich erfreut. Dein Körper fühlt sich ok oder sogar gut an. Bist Du jetzt glücklich? Wenn Du nicht innehältst und Dir Dein Glück bewusst machst, bist Du möglicherweise nicht glücklich. Der Moment vergeht, das Leben geht weiter. Oder Du hältst inne und bist bewusst glücklich. In so einem Moment ist das nicht allzu schwierig.
Und dann gibt es diese anderen Momente. Vielleicht hat Dich jemand gerade geärgert. Du fühlst Dich gestresst oder müde. Überfordert. Oder Dein Körper spielt nicht so mit, wie Du Dir das vorstellst. Vielleicht bist Du krank. Vielleicht sogar schwer krank. Und dabei musst Du doch noch … Oder Du wolltest zumindest noch … Ja, was? Ein Ziel erreichen? Jemand anderen oder Dich selbst zufrieden stellen? Eine Erwartung erfüllen?
Und was, wenn Du jetzt innehältst. In diesem Moment der Unzufriedenheit, des Ärgers, der Müdigkeit, der Überforderung, des Schmerzes, der Hilflosigkeit, der Hoffnungslosigkeit. Wenn Du jetzt innehältst und alle Gedanken an eine Vergangenheit oder an eine Zukunft beiseite legst, vielleicht nur für einen Moment. Dann schaue auf Dich und erlaube Dir, glücklich zu sein. Erlaube es Dir einfach. Schau Dir den Ärger an und sei glücklich. Bemerke die Müdigkeit oder Überforderung und sei glücklich. Bemerke den Schmerz, und lass soviel Raum in Dir, dass neben dem Schmerz auch das Gefühl von Glücklichsein noch Platz hat. Bemerke, dass Du die Hilflosigkeit, die Hoffnungslosigkeit bemerken kannst. Wenn Du das bemerken kannst, kannst Du auch Glück bemerken.
Und was, wenn Du den Gedanken, dass Leistung wichtig ist für Dich, weiter untersuchst. Was hat er Dir bisher gebracht im Leben? Auf welche Wege hat er Dich geführt. Sind das die Wege, die Du weitergehen möchtest? Ich sage nicht, dass Du keine Leistung bringen kannst. Es geht eher darum, wie wichtig Dir das ist. Manchmal ergibt sich Leistung ganz nebenbei. Und ein andermal erscheint es Dir lebenswichtig, etwas bestimmtes zu erreichen. Ist es wirklich „lebenswichtig“? Was verpasst Du, wenn Du alles auf dieses eine Ziel ausrichtest?
Und was wäre, wenn es wirklich völlig in Ordnung wäre, einfach nur Spaß zu haben? Du befindest Dich in der Arbeit, tust, wofür Du bezahlt wirst, und entscheidest Dich dafür, dass das ok ist. Es braucht nicht mehr. Kein „Extra“ oben drauf. Nichts besonderes. Es ist einfach ok. Du tust Deine Arbeit und genießt, dass Du eine Arbeit hast, und wenn die Zeit um ist, hörst Du auf, sie zu tun. Dann gehst Du nach Hause und auf dem Weg beschließt Du, dass Du es genießt, den Weg zu gehen. Vielleicht überlegst Du Dir sogar, wie Du noch etwas mehr Freude auf Deinem Weg haben könntest. Vielleicht lächelst Du auf dem Weg, weil sich das gut anfühlt. Und Du kommst nach Hause und der Haushalt wartet auf Dich. Niemand hat ihn in Deiner Abwesenheit gemacht. Und Du beschließt, dass Du Dir jetzt einen Tee machst, Dich ans Fenster setzt und hinausschaust. Zur Ruhe kommst und „Glück“ zulässt. Und dann erkennst Du, dass Du das Glück auch beim Aufräumen zulassen kannst.
Vielleicht ist es wirklich nicht wichtig, uns auf Leistung auszurichten. Vielleicht ist es nicht wichtig, was wir tun. Noch nicht einmal, warum wir es tun. Vielleicht ist es nicht wichtig, dass wir etwas besonderes leisten. Oder jemand besonderer werden. Vielleicht ist alles viel einfacher, als wir dachten. Vielleicht geht es wirklich nur darum, zu erkennen, dass jeder Moment die Möglichkeit bietet, Glück zu fühlen. Jeder. Sofort.
Genieße es.
